Biofabrication – die Leder Alternative aus dem Labor

Leder Alternative aus dem Labor

Kannst du dir vorstellen, Textilien zu tragen, die komplett im Labor entstanden sind?

*Enthält unbeauftragte Werbung* Wenn für unsere Kleidung kein Tier mehr sterben muss und keine Faser industriell hergestellt wird sind wir in der textilen Zukunft angekommen: Biofabrication. Was genau das ist, wie das Material hergestellt wird und ob es wirklich eine Alternative zum herkömmlichen Leder und Kunstleder ist- darum geht es im folgendem Beitrag.

Schauen wir uns die Label unserer Kleidung mal genauer an, werden wir an den Begriffen „Polyester“, „Polyamid“ oder „Nylon“ kaum vorbei kommen. Chemiefasern, aus denen ein Großteil unserer Kleidung besteht, gefolgt von Baumwolle, der nach den Chemiefasern das zweitbeliebteste Material zu Herstellung von Textilien ist. Doch auch Baumwolle zieht bekanntermaßen einen riesigen Rattenschwanz an schäbigen Arbeitsbedingungen, Pestiziden sowie enormen Wasserverbrauch und Co2- Commission mit sich.

ZOA by Modern Meadow: Create don’t destroy!

Zoa ist Modern Meadows erstes Produkt- ein umweltfreundliches, lederähnliches Material, das komplett im Labor entstanden ist. Eine unnatürlich natürliche Alternative sozusagen. 😉

Der besondere Unterschied: im Vergleich zur herkömmlichen Textilherstellung handelt es sich nicht um einen subtraktiven, sondern um einen additiven Prozess. Das bedeutet, dass für dieses lederähnliche Material nicht erst Tiere geschlachtet und verarbeitet werden müssen, sondern dass das Material von Grund auf kreiert wird.

Während Tiere, Pflanzen und Bäume Monate bis Jahre brauchen, um die Ressourcen für Textilien bereit zu stellen, reduziert Modern Meadow diesen Prozess auf unglaubliche zwei Wochen.

Mit dem ersten Prototyp hat es Modern Meadow sogar ins MOMA New York geschafft. 🖤

Quelle: zoa.is MOMA: is fashion modern

Nachhaltige Alternative zu Leder ohne Polyester- so funktioniert’s

Durch gezielte Veränderung der DNA (Genom-Editierung) wird aus Hefezellen Collagen gewonnen. Collagen findet sich unter anderem in tierischer sowie in unserer Haut. Anschließend vermehren sich die Hefezellen durch Fermentierung (ähnlich wie beim Brauen von Bier). So entstehen Billionen von Collagen produzierenden Zellen. Je nach Konzentration des hierfür modifizierten Collagen Proteins kann die Textur, die Dicke und die Beschaffenheit beeinflusst werden. Anschließend wird das Material, ähnlich wie Leder, gefärbt. Sidefact: Da der typische Ledergeruch nicht bei der Lederherstellung entsteht, sondern erst mit dem Färbeprozess, riecht ZOA sogar wie echtes Leder.

Das unverarbeitete Material aus Collagen Protein (links) und das gefärbte und behandelte lederähnliche Endprodukt (rechts). Quelle: Modern Meadow

ZOA kann zudem mit jedem anderen Material kombiniert werden. Es kann sich somit an die unterschiedlichen Bedürfnisse des Marktes anpassen und ist sowohl für Konfektions- und Heimtextilien als auch für den riesigen Markt der Automobiltextilien interessant. 

Quelle: Youtube/ The Business of Fashion

Textilien aus dem Labor: wie geht es jetzt weiter?

Seit letztem Jahr arbeitet Modern Meadow eng mit dem deutschen Chemieunternehmen EVONIK zusammen um die Prozesse zu optimieren und an der Skalierung des Produktes zu arbeiten. Evonik konnte sich bereits im „Dow Jones Sustainability Index (DJSI) World“ und „DJSI Europe“ platzieren und hat 2017 den neunten Nachhaltigkeitsbereicht veröffentlicht. Laut eigenen Angaben möchte das Unternehmen sich weiter auf nachhaltige Produkte fokussieren. Die Zusammenarbeit mit Modern Meadow scheint daher ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Leider konnte ich noch keinerlei Hinweise darüber finden, wie viel ZOA am Ende kosten wird. Ich finde das Thema aber super spannend und könnte mir durchaus vorstellen, ZOA zu verarbeiten.

Und, was sagst du? Würdest du ZOA kaufen? Hinterlasse mir gerne einen Kommentar mit deinen Gedanken zu diesem Thema. 🖤

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